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Querdenken

Storytelling + Zielgruppe = Match?

In unserem Beitrag „Storytelling + Live-Events = Dreamteam?“ haben wir bereits festgestellt: Nicht immer kommt die stunden-/ tage-/ wochenlang ausgetüftelte Story auch beim Zuhörer an. Denn aus: „Tell it simple, but not stupid.“ wurde häufig: „I know good storytelling – it’s my profession“.

 

Im Folgenden möchten wir nochmals genauer auf die Zielgruppe bzw. die Zielperson eingehen, für die das Storytelling doch schließlich erschaffen wird. ODER?!

Eventbesucher sind zunächst einmal Menschen!

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg forderte bereits 2015 seine Mitarbeiter auf, das Wort „User“ als Bezeichnung für Facebook-Mitglieder nicht mehr zu nutzen. Er forderte: „We need to stop calling people users. They’re not just there to use our products; we’re here to build things for them.” Er erinnert daran, dass wir durch die Abstraktion des Begriffs für unsere Zielgruppe, oft zu „unpersönlich“ denken und deren Bedürfnisse, Fragen und Zweifel vergessen.

Denn egal wie gut Sie eine Geschichte erzählen ist sie immer erfolglos, wenn der „Zuhörer“ sich mit der Geschichte nicht identifizieren kann.

Weg mit dem Einheitsbrei: Von der Zielgruppe zur Buyer Persona

Die Masse setzt sich aus Individuen zusammen. Dabei unterscheiden sich Menschen etwas durch unterschiedliche Erfahrungen, Lebenseinstellungen und -gewohnheiten, Wünsche oder Ziele. Wer gut planen und kommunizieren möchte, muss die Verhaltensweisen seiner Zielgruppe, also der Kunden, richtig einschätzen. Denn je individueller eine Person angesprochen werden kann, desto größer ist der Kommunikationserfolg.

Im Zusammenhang mit dem Begriff Zielgruppe trifft man häufig auch auf den der Persona oder im Inbound Marketing auch auf die Buyer Persona.

Klassische Zielgruppenbestimmung

Eine Zielgruppe umfasst eine Gruppe von Personen (also keine Individuen). Die Zielgruppenbestimmung umfasst im Wesentlichen zwei Bereiche:

  • Soziodemografische Merkmale (Familienstand, Alter, Wohnort, Einkommen, Geschlecht, Bildung, Beruf, etc.)
  • Psychografische Merkmale (Motive, Einstellungen, Interessen, Wünsche, Präferenzen, etc.)

Je klarer die Zielgruppe definiert ist, desto besser kann die Kommunikationsstrategie daraufhin ausgerichtet werden.

Bei der Zielgruppe der Messe-, Kongress- oder Veranstaltungsbesucher der CeBIT interessieren uns beispielsweise folgende Informationen: Welche Bedürfnisse hat sie? Welche Sprache spricht sie? Was interessiert sie? Welche Medien nutz sie etc.? Denn in einer Story werden Erlebnisse, Erfahrungen und Momente beim Publikum hervorgerufen. Bestenfalls sollten diese mit der Erfahrungswelt des Publikums übereinstimmen, so dass Botschaften mit positiven Emotionen gekoppelt im Unterbewusstsein verankert werden, ohne dass Irritation von totalem „Neuland“ dies verhindern.

Personas helfen der genaueren Einschätzung

Eine Persona stellt eine fiktionale stellvertretende Person dar. Sie repräsentiert einen typischen Kunden der Zielgruppe und basiert auf reale Informationen (Kundenverhalten). Je konkreter die Beschreibung der Persona erfolgt, desto besser. Gut erarbeitete Buyer Personas helfen uns dabei:

  • Unsere Zielgruppe besser kennenzulernen
  • Eine zielgerichtete Marketingstrategie zu entwickeln
  • Effektive und effiziente Marketingkommunikation zu betreiben, da wir nur jene Kanäle bespielen, die von unserer Zielgruppe genutzt werden (geringerer Streufaktor)
  • Wertvolle Leads zu generiert, die wir schneller konvertieren können
  • Unsere Produkte und Services an den Kunden anzupassen

Dabei könnten folgende Fragen (Kundeninterviews und -erhebungen), sowie Informationen zur Erstellung eines Persona-Profils interessant sein:

  • Wie sieht ein typischer (Arbeits-)Alltag der Person aus?
  • Welche Position hat diese Person in ihrem Unternehmen?
  • Welche persönlichen und beruflichen Ziele hat die Person?

Mit Persona geben sie der anonym wirkenden Zielgruppe ein realistischeres Bild.

Also gehen wir doch von Personas aus, die ein Gesicht und einen Namen haben und fragen uns bitte immer wieder, ob Persona „Hans“ denn unser Event auch besuchen würde?

Nützliche Persona-App

Probieren Sie doch einfach mal die Web-App namens Personapp aus. Sie hilft dabei vor Ort oder während einer Präsentation schnell und mit einfachen Mitteln den Kunden oder Partnerfirmen eine Persona zu erstellen.

Die Nutzung der App ist kinderleicht und geradezu intuitiv. Zunächst wird ein neues Project angelegt. In unserem Beispiel entwickeln wir Besucher-Personas der CeBIT.

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Anschließend legen wir die Hauptpersonas – also Stellvertreter bzw. Avatare unserer Hauptzielgruppen – an.

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Zuletzt werden die Needs & Goals eingetragen, also die direkten Bedürfnisse rund um das Produkt und die Marke, aber auch rund um die Person beispielsweise, wenn sich ein Programmierer mehr Sport oder direkten Kontakt zum Kunden wünscht.

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Zum Schluss kann die Persona als PDF exportiert und ausgedruckt oder auch schnell auf dem i-Pad, in einem Workshop auf dem Beamer etc. gezeigt werden.

Bedenken Sie, dass die Entwicklung einer Persona immer ein dynamischer Prozess ist. Da sich Kunden und Eventbesucher im Laufe der Zeit immer wieder ändern, ist der Prozess niemals abgeschlossen.

 

Fazit: Neue Erzählmethoden für Veranstaltungen

Geschichten zu erzählen ist nicht neu. In der Live-Kommunikation und mit Möglichkeiten von Social Networks und Communitys können Sie Ihre Geschichten mit neuen Mitteln erzählen: Multisensorisch, emotional, in virtuellen Welten und sogar außerhalb des tatsächlichen Raums/Ortes im WWW.

Doch denken Sie bei Ihrer Story immer an die Zielgruppe. Der Wurm muss dem Fisch schmecken – nicht dem Angler….

 

 

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